Schimmel auf Leinwand
Am Freitag, den 13. Januar eröffnet die Walter Bischoff Galerie / Immaginaria Arti Visive Gallery um 19.00 Uhr die erste Berliner Einzelausstellung von TTozoi (der Name steht für die beiden italienischen Künstler Stefano Forgione und Pino Rossi). Sie ist bis zum 20. Februar 2012 zu besichtigen. Kuratorin der Ausstellung ist Carolina Lio, die zusammen mit Luca Beatrice auch für die Katalogtexte verantwortlich zeichnet. Die Galerie zeigt ungefähr zwanzig neue Werke, die alle in einer besonderen Technik - „Schimmel auf Leinwand“ - ausgeführt wurden. Dabei dieser Technik handelt es sich um das Charakteristikum von TTozoi, um das Zentrum ihrer ästhetischen und theoretischen Recherche.
Wie die Kuratorin im Katalog feststellt ist es TTozoi “gelungen, die künstlerische Tradition Europas, die Notwendigkeit eines Kunstwerks als Objekt der Bewunderung mit dem neu erwachten Interesse der internationalen Kunst an einer Einführung organischen Materials zu verbinden ”. Indem sie die informalen Tendenzen der bedeutendsten Werke der italienischen Kunst des Zwanzigsten Jahrhunderts fortsetzen, gelingen den beiden Italienern Arbeiten, die wie für das Klima der zeitgenössischen Kultur und für die experimentierfreudigsten Interessen der heutigen Kunst geschaffen sind. Ihr Eingriff ist auf ein Minimum reduziert, und der Schimmel kann sich ungehindert auf der Leinwand ausbreiten. So entstehen ihre Werke, die nahezu “land-art auf Leinwand (zeigen), die nach dem Zufallsprinzip agiert. Ihre Werke sind Schimmelkulturen, das heißt Lebewesen, die sich mit Hilfe ihrer Sporen im Raum ausbreiten und das Bild dominieren, welches sie tatsächlich auf unbewusste Weise geschaffen haben. In dieser Erwartung und im Vertrauen auf den Prozess des Lebens, in diesem unerschütterlichen Glauben an die Ordnung und die Ästhetik der organischen Strukturen liegt der eigentliche Sinn ihrer Handlung ”. Von der Arte Povera bis zur bereits zitierten land-art, vom schon zur Geschichte gewordenen Informalen bis zu den neuen Grenzen der Ephimeral- und Bio-Art erinnert ihr Werk an jenes von Marc Quinn oder Damien Hirst und lässt Parallelen zum Thema Leben und Tod in der zeitgenössischen Kunst ziehen. Doch auch zum Vertrauen Jackson Pollocks in die Tatsache, dass ein Bild sein eigenes Leben lebt. “TTozoi schaffen Kunstwerke, die auf der Philosophie der Erwartung gründen und auf dem Gefühl des Vertrauens darein, dass alles von selbst in Ordnung kommen wird, weil darin die Tendenz und die Perfektion des Universums besteht “.
BIOGRAFISCHE ANMERKUNGEN
TTozoi sind zwei junge Künstler aus Avellino. Im Jahre 2010 richteten Stefano Forgione (1969) und Pino Rossi (1972) ihre erste Einzelausstellung in dem bedeutenden historischen Gebäudekomplex Castel dell’Ovo in Neapel aus. Die Ausstellung wurde von Luca Beatrice, dem Kurator des italienischen Pavillons der Biennale von Venedig von 2009 organisiert. Diesem Ereignis folgten zahlreiche weitere Einzelausstellungen, unter anderem im Palazzo della Prefettura in Avellino (2010); Franco Senesi Fine Art Gallery in Positano (2010); Museum Salvatore Emblema in Terzigno, Neapel (2010); Raffaella De Chirico Galleria d’Arte in Turin (2011); Yvonne Arte Contemporanea in Vicenza (2011). Nach der Einzelausstellung in der Walter Bischoff Galerie in Berlin ist bereits eine weitere Einzelausstellung im L.A. Artcore in Los Angeles in Planung, eine Doppelausstellung in der Galerie Libra in Catania und die Teilnahme an der Art Karlsruhe. TTozoi sind in zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen in Italien und im Ausland vertreten.
